Zutaten:
- die Wümme von Rotenburg bis Ottersberg
- einen nebligen, kalten Dezembertag
- 7 unerschrockene Paddler bzw. Paddlerinnen
- 2 Autos mit Platz für 7 Kajaks
Zubereitung:
Die Wümme mit ca. 82 cm Wasser befüllen (gemessen am Pegel Hellwege). Am Treffpunkt Ottersberg die Boote auf 2 PKWs verladen, Paddler ebenso verteilen und alles nach Rotenburg befördern. Dort die Boote zu Wasser lassen und ablegen zu einer wunderschönen Tour durch die stille, nebelverhangene Landschaft.

Das könnte auch schon das „Rezept“ unserer Paddeltour am Sonnabend vor dem vierten Advent gewesen sein. Doch es würde dem Erlebnis auf dem Wasser kaum gerecht werden. Also alles noch einmal von vorne:
Jörg, Jens, Nils, Michael, Sabine, Andreas und auch Achim fanden sich in Ottersberg ein. Wir hatten auf zwei Autos genügend Bootsplätze, um mit allen Kajaks und den Paddlern nach Rotenburg zum Einstieg zu fahren. Schon auf der Fahrt dorthin umgab uns dichter Nebel bei etwa 3 Grad.
Der gute Wasserstand erleichterte das Einsteigen und die flotte Strömung zog uns gleich durch die Torstangen der Slalomstrecke davon. Hinter der Straßenbrücke von Rotenburg verebbte auch der Verkehrslärm und wir waren schon mitten drin in der ruhigen Wasserlandschaft der Wümme.
Am ehemaligen Unterstedter Wehr schüttelten uns die langen Schwälle der Sohlgleite ordentlich durch. Kritisch wurde es aber für keinen Paddler.

Tiefhängenden Ästen und Zweigen mussten wir ständig ausweichen, was angesichts der guten Strömung die volle Aufmerksamkeit erforderte. Durch den Nebel konnten wir vielleicht 80 Meter des Flusses vor uns überblicken und jede Kurve, jedes Rauschen überraschte uns aufs Neue. Schnell verschwanden auch die vorausfahrenden Sportfreunde aus dem Blick. Nur ihre Stimmen drangen noch nach hinten. Eine fast surreale Stimmung lag über dem Wasser.
Konnten wir das geöffnete Ahauser Wehr noch gut durchfahren, so hieß es beim Wehr vor Hellwege: umtragen. Die Ausstiegsstelle war ziemlich schmal und die Trittstufe unter Wasser verhinderte einen bequemen Ausstieg. Wir zogen die Boote einzeln das matschige Ufer hoch. Auf der Wiese nutzten wir die Gelegenheit für eine kurze Mittagspause. Bevor es uns zu kalt wurde, zogen wir die Boote zum Einstieg ins Unterwasser und paddelten uns wieder warm.
An Hellwege vorbei gelangten wir zur nächsten Sohlgleite am Wümmebogen. Hier wurde die Durchfahrt schon etwas spritziger und länger. Doch alle Paddler meisterten auch diese Stelle ohne Probleme. Durch die Wümmewiesen an Everinghausen vorbei und unter der Autobahn A1 hindurch erreichten wir die Flussgabelung zum Südarm. Gut ausschildert bogen wir nach rechts in den Nordarm ab.

Hatten wir zuvor schon viele Hinweise auf aktive Biber gesehen, so stand nun am linken Ufer ein zu über der Hälfte angeknabberter Baum von etwa 30 cm Durchmesser. Die groben Holzspäne rundherum ließen auf die mächtigen Zähne dieser Nager schließen.
Unter der bald folgenden Eisenbahnbrücke hatten wir noch genügend Kopffreiheit zum Hindurchfahren.
Unvermittelt tauchten rechts die ersten Gebäude von Ottersberg aus dem Dunst auf und schon hatten wir die Straßenbrücke vor uns. Links an den maroden Kanuanleger gepaddelt und die Boote an Land gezogen.
Während Jens, Achim und Nils ihre Autos direkt beladen konnten, packte Michael die vier übrigen Kajaks auf seinen Anhänger und fuhr Jörg, Sabine und Andreas zurück nach Rotenburg. So brauchte niemand bei dem kalten Wetter auf die Rückkehr der Autofahrer warten. Alle waren sich einig, dass Zuhausebleiben an diesem Tag keine Alternative zur Paddeltour durch die verzauberte Wümmewiesen–Landschaft gewesen wäre.